Freitag, 26. Dezember 2014

Danke für eure "Weihnachtsliebe"!

Die Weihnachtsfeiertage neigen sich dem Ende, hier sitze ich also in Deutschland beim Familienbesuch und versuche ganz flach zu atmen, um all das Essen der letzten Tage bei mir zu behalten  (es war sehr lecker, nur mal wieder so viel dass mein Magenvolumen sich bestimmt auf die 5fache Größe ausgedehnt hat ;-) ).

Ein großes Dankeschön geht heute an all die fantastischen Blogger, die mir auf so vielfältige und wunderbare Art und Weise die Adventszeit und die Feiertage versüßt haben, indem sie meinem Aufruf zur Blogparade gefolgt sind und ihre "Weihnachtsliebe" mit mir geteilt haben.

Den ersten Beitrag schrieb Mareike Wüste auf ihrem Blog "Projekt Fritzi". Darüber habe ich mich ganz besonders gefreut, denn so habe ich ihren tollen Blog überhaupt erst entdeckt und mich durch ihre lesenswerten Posts über die Zeit mit ihrem knapp 5 Monate alten Sohn wieder angenehm in die ersten Monate mit meinen Kids zurückerinnert. Außerdem beneide ich Mareike um ihren eigenen Adventskalender (ich kann mich an meinen letzten schon gar nicht mehr erinnern) und um ihren echten Weihnachtsbaum. Mareike geht mit ihrer kleinen Familie ganz klassisch zum Gottesdienst, in dem sie sympathischerweise das gleiche Highlight findet wie ich: "Stille Nacht, Heilige Nacht".

Nicole von "Das Elternhandbuch" berichtet in ihrem Beitrag "jedem seine kleine Tradition" von etwas Licht, das nicht nur den Vorgarten, sondern auch die Herzen ihrer Familie wärmt und dessen Auslöser ein weihnachtlicher Film war, den ich mir nun unbedingt noch anschauen möchte dieses Jahr (Weihnachtsfilme in der Adventszeit gucken kann jeder, ich werde das jetzt ganz revolutionär nach Weihnachten angehen). Sehr schön finde ich ihren Gedanken, nicht nur alte Traditionen als Familie weiterzuführen, sondern auch eigene, neue zu erschaffen.

Nachdem ich via Twitter von den Herren der Schöpfung wissen wollte, welche Weihnachtsrituale sie pflegen, hat sich "Papa rockt " meiner erbarmt und mich überrascht: Denn zu seinem entspannten Weihnachtsritual gehört kein selbstgebrannter Schnaps, kein selbsterlegter Braunbär und auch kein selbstkreierter Weihnachts-Rock (auch wenn wir uns darauf geeinigt haben, dass "Stille Nacht" auf dem E-Bass ziemlich fetzen würde). Er schwingt den Schneebesen und bereitet das Weihnachtsdessert für seine Lieben zu: Ein Trifle! Ich muss zugeben, diese englische Köstlichkeit noch nie probiert zu haben, allerdings ist mir bei dem Foto und seiner Beschreibung bereits das Wasser im Mund zusammengelaufen. Vielleicht teste ich diese Nachspeise direkt an Silvester ;-).

Sven von "Zwillingswelten"" hat meine Neugier gestillt und uns einen kleinen Einblick in das turbulente Weihnachtsfest mit 6jährigen Zwillings-Jungs gewährt. "Weihnachten ist ein Baum und Geflügel" schreibt er so schön und liefert gleich einen sehr wertvollen Tipp für den Baum mit echten Kerzen mit: Die Spitze als Kipp-Prophylaxe an der Zimmerdecke befestigen. Erneut beweist ein Vater, dass die Gleichberechtigung auch in Weihnachts-Traditionen Einzug gehalten hat. Sven ist nämlich für das Festtagsmenü zuständig und tut etwas, das wohl vielen Mamas Stress, Arbeit und Ärger ersparen würde: Er holt bereits gegartes Geflügel. Ladies,  wir sollten uns einfach öfter eine Scheibe von diesen pragmatischer veranlagten Männer abschneiden! Leuchtende Kinderaugen, Koffein und Alkohol machen seinen Abend dann perfekt (3 Punkte, dich ich voll unterschreibe).

Bei Susanna von "Babyplausch" dreht sich viel um kulinarische Highlights. So backt sie nicht nur Kekse, sondern auch Stollen. Außerdem macht sie Bratäpfel (in einem mir bis dahin unbekannten Bratapfel- Teelicht, das sehr verlockend aussieht) und kostet die Leckereien beim Weihnachtsmarktbesuch, den sie - und diese Erfahrung teile ich voll Wehmut- vor Kind &Kegel als wesentlich entspannter empfand. In ihrem Post "Unsere Advents- und Weihnachtsbräuche"  erzählt sie auch von Weihnachtsliedern, einem Kranz für die Tür, einem Adventskalender und vielen Kerzen, die für sie unverzichtbar sind. Kerzen liebe ich auch, allerdings bräuchte ich einen guten Tipp, wie ich meinen Zwerg davon abhalte, seine Auspust-Obesession an meinem Weihnachtsflair auszuleben. Kerzen brennen nämlich diesen Winter in meinem Haushalt maximal 90 Sekunden ;-) . 

Séverine von "Mama on the rocks", deren Posts ich aufgrund ihres so unterhaltsamen Schreibstils ausgesprochen gerne und daher regelmäßig lese, berichtet von den Weihnachtserinnerungen ihrer Kindheit. Dieser Post hat mir besonders viel Freude und Mut gemacht, denn Séverine hat als Kind einige Zeit mit ihrer Familie in Guatemala verbracht. Dass sie so zauberhafte, herzerwärmende Erinnerungen an etwas "exotischere" Weihnachtsfeste hat, ist nicht nur sehr spannend sondern gerade für mich als Auswanderer ein wunderschönes Weihnachtszeichen! Denn auch ohne echte Nordmannstanne und deutschem Liedgut im Gottesdienst kann Weihnachten ganz offensichtlich für Kinder überall auf der Welt seinen Zauber entfalten.

Zu guter Letzt möchte ich unbedingt noch Bloggers Weihnacht bei "Tafjora" erwähnen. Die liebe Tanja hat nämlich einen fantastischen "Adventskalender" kreiert, in dem täglich ein Blogger von seinen Weihnachtsbräuchen und -ritualen berichtete. Unter ihnen viele meiner Lieblingsblogger. Eine sehr lesenswerte Aktion also mit Gefühl, die mir viel Weihnachtsfeeling nach Istanbul gebracht hat.

Ich danke allen, die einen Einblick in ihr kunterbunten Weihnachtsbräuche gewährt und damit bewiesen haben, auf wie viele unterschiedliche und bezaubernde Arten der wohl schönste unserer christlichen Feiertage zelebriert werden kann!


Sonntag, 21. Dezember 2014

Kinderspruch der Woche


Das klingt so nett, dass ich "anzwerkeln" sofort in meinen Sprachgebrauch aufnehmen musste ;-). 

Manchmal bringt man es einfach nicht übers Herz, die Kinder zu korrigieren <3.




Montag, 15. Dezember 2014

Wir sind kein Paar mehr

Sehen wir in dem Menschen, neben dem wir morgens aufwachen, noch denselben als vor dieser irren Erfahrung, gemeinsam einen kleinen Menschen erschaffen zu haben, der auf einmal Stimmung, Tagesablauf und einfach das ganze Leben bestimmt? 



Top-Elternblogs hat eine Blogparade ins Leben gerufen zum Thema "Eltern werden- Paar bleiben".

Doch geht das überhaupt?

Als Eltern verändert sich nicht nur vieles, sondern nahezu alles. Wo vorher zwei starke, unabhängige Menschen waren, die eine körperliche Anziehungskraft aufeinander ausübten, die angeregte Gespräche miteinander führen konnten oder sich gemeinsamen Interessen widmeten, finden sich nach der Gründung einer Familie zwei völlig neue Charaktere wieder:

Die Mutter, die während der Schwangerschaft eine wahre Hormonachterbahn mit all seinen Höhen und Tiefen erlebte und sich nun mit zum Zerreißen gespannten Nerven unter unmenschlichem Schlafentzug in einem puddingähnlichen Körper wiederfindet. Hin- und hergerissen zwischen einem neuen Gefühl von Liebe, das sie für diesen hilfs- und schutzbedürftigen kleinen Menschen empfindet und dem Wahnsinn, nicht durchzudrehen und verrückt zu werden unter diesem Gefühl, von nun an IMMER und JEDERZEIT für dieses Wesen und sein Wohlbefinden verantwortlich zu sein. Hinzu kommt eine neue Form von Isolation. Interessante Gespräche mit Kollegen und Freunden werden abgelöst durch sinnfreies "Gutschi-gaga" Gebrabbel, das von den heimischen Wohnzimmerwänden widerhallt. Das Gefühl der Hilflosigkeit verstärkt sich zusätzlich, wenn eine neue finanzielle Abhängigkeit vom Partner entsteht, der so viel weniger Opfer bringen muss. Subjektiv gesehen. Der Tag für Tag das Haus verlässt und sich unter Erwachsenen bewegen darf, der Abwechslung genießt, unabhängig bleibt, weiter an der Verwirklichung seiner Karriereträume bastelt und abends in den Schoß der Familie zurückkehrt. Wenn der Schreikrampf überstanden und der Wäscheberg abgearbeitet ist, versteht sich. Dieser Rosinenpicker! Und dann legt er auch noch die Füße hoch, er habe ja schließlich auch mal "Feierabend!". Pah! Ein Wort, das die Mutter nicht kennt. Die unmenschlichen Zahlen 24/7 stehen für neue Arbeitszeiten. Und nachts will er auch noch schlafen, um am nächsten Tag wieder leistungsfähig zu sein. Als wäre es nicht schon genug, als Mutter ohnehin der gesamten Tag für alles verantwortlich zu sein.
Auf der anderen Seite finden wir den Vater, der völlig verunsichert und überfordert durch den Tag stolpert und es eigentlich nur falsch machen kann. Auf einmal ist er für dieses kleine Wesen verantwortlich, das ihm eines Tages  in den Arm gelegt wird und mit dem die Mutter vom ersten Augenblick an merkwürdig vertraut umgeht. Gut, sie trug dieses Geschöpf ganze neun Monate in sich, aber dennoch: Woher weiß sie so genau, wie sie mit ihm umzugehen hat? Dieses kleine Wesen, das einen so viel Liebe erfahren lässt, bürdet dem Vater auch eine ungeahnte Verantwortung auf. Nun ist er nicht mehr der starke, unabhängige Mann. Er ist der Ernährer der Familie! Das muss er erstmal sacken lassen. Und ungeachtet dessen ist er doch nicht in der Lage, das Kind in der ersten Zeit zu ernähren. Das ist in vielen Fällen das Privileg der stillenden Mutter. Der Mutter, die er kaum noch wiedererkennt. Eine Fremde, die sich permanent zwischen himmelhochjauchzend und hoffnungslos verzweifelt befindet. Er weiß nie, was ihn erwartet wenn er abends die Tür aufschließt. Ist sie selig und berichtet euphorisch vom ersten Lächeln? Oder erwartet sie ihn den Tränen nahe in einem Chaos von unerledigten Aufgaben und unerfüllter Erwartungen? Und wieso gelingt es ihm nicht mehr, sie glücklich zu machen? Früher war das so viel leichter. Über die Probleme bei der Arbeit kann er mit ihr auch nicht mehr sprechen, sie ist geistesabwesend und zerstreut. Verständlich, sie ist müde. Aber trotzdem: Mit seinen Kumpels bei einem Bierchen kann er diese Dinge auch nicht mehr ruhigen Gewissens bequatschen, schließlich ist SIE diejenige, die endlich mal wieder rauskommen will. Sowieso wird er in der letzten Zeit immer öfter mit Vorwürfen konfrontiert. Die Spülmaschine habe er wieder mal nicht ausgeräumt, beim Großputz am Wochenende könnte er ruhig auch mal mit anpacken oder mit dem Kleinen eine Runde drehen, damit die Mutter einige Stunden wertvollen Schlaf nachholen kann. Warum Haushalt und Kinderbetreuung nun seine gesamte Freizeitgestaltung ersetzen sollen und er diese Aufgaben nun als Ausgleich betrachten soll, während sie für die Mutter "Arbeit" darstellen, bleibt ihm ein Rätsel.
Und dafür, dass er einen wirklichen Ausgleich braucht (und wenn es nur etwas Ruhe ist) um den Kopf mal wieder frei zu kriegen und nach dem Wochenende wieder Leistung bei der Arbeit abrufen zu können, hat sie auch kein Verständnis. Dabei hat sie doch keine Ahnung, was ihm gerade alles abverlangt wird. Da muss er abliefern. Schließlich hängt die Existenz der Familie davon ab.

Was passiert wenn beide Geschöpfe, Mutter und Vater, täglich in dieser neuen Welt aufeinanderprallen, ist naheliegend: Es knallt!

Dagegen möchte nun etwas unternommen werden. Studien zufolge nimmt die Beziehungszufriedenheit von 60-70% aller Paare nach der Geburt ab. Streitereien sind an der Tagesordnung und man sieht oftmals den Wald vor Bäumen nicht mehr. Die Nerven liegen also blank und verzweifelt wird versucht, die Beziehung wieder auf den Stand pre-Kind zu reseten.
An zwei Dingen fehlt es so ziemlich allen Eltern, die ich kenne: Zeit und Schlaf.
Und an keinem der beiden Dinge lässt sich in den ersten Monaten, in manchen Familien sogar in den ersten Jahren (auch ich bin Opfer eines Kindes, das nicht viel von Schlaf hält), viel rütteln.
Schlaue Ratgeber empfehlen gerne feste Tage oder Abende, die man doch zu zweit verbringen sollte um der Beziehung willen, um sich bewusst und ausgiebig einander zu widmen.  "Schwachsinn!", sage ich.
Wer genießt denn den Abend im Restaurant, während er alle 5 Minuten aufs Handy linst um sich zu versichern, dass die Oma noch nicht angerufen hat? Wer entspannt schon, während er darüber sinniert, ob er dem Babysitter auch gesagt hat, dass das Kleine das Schnuffeltuch in der linken Hand braucht, um selig einschlafen zu können? Wer amüsiert sich unbeschwert bis in die Puppen, wenn er weiß dass ihn zu Hause daraufhin keine 8 Stunden erholsamen Schlaf erwarten? Und wer genießt schon das romantische Candle-Light-Dinner im heimischen Esszimmer, wenn man übermüdet und am Ende seiner Kräfte hinterher die Küche schrubben muss, weil die Zubereitung mit Baby auf der Hüfte doch mehr Spuren hinterlassen hat, als dies früher der Fall war? Wer widmet sich dem Partner hingebungsvoll und lauscht gespannt seinen charismatischen Worten, wenn alle 90 Sekunden einer aufspringt um ins Kinderzimmer zu stürmen und das Kind zu beruhigen? Keiner!
Das Ende vom Lied ist noch mehr Frust, weil man sich mal wieder wie ein Versager fühlt. Wie einer, der nicht nur am Familienglück scheitert, sondern es noch nicht einmal schafft, einen schönen, unbeschwerten Abend mit dem Partner zu verbringen.

Wir sollten aufhören zu versuchen, uns Zeiträume zu schaffen, in denen wir so tun, als wären wir keine Eltern. Denn das sind wir nun mal. Und dies zumeist aus vollem Herzen, so können wir nun mal nicht aus unserer Haut. Erst recht nicht, wenn wir uns in dieser nicht wohl fühlen. Und hier kommt auch gleich das nächste verstörende Studienergebnis für euch: Je zufriedener die Frau, desto glücklicher die Ehe. Huch! Liegt etwa alles an uns Frauen?! Allem Anschein nach ja. Zumindest vieles. Unzufriedene Männer kommunizieren weniger, daher überträgt sich die Unzufriedenheit nicht so sehr auf die Frau und beide Partner bewerten ihre Ehe als glücklicher. Andersrum ist dies nicht der Fall: Die Frau mäkelt und nörgelt, beide werden stetig unzufriedener und unglücklicher.

Zufriedenheit ist ein wichtiger Schlüssel zum Liebesglück 

Aber welche Mutter ist schon glücklich, während sie seit Wochen nicht mehr ausreichend geschlafen hat, nach säuerlichem Erbrochenen riecht und in ihrem neuen, ungewohnten Körper, der sich so gar nicht nach dem eigenen anfühlt, ein schreiendes Bündel im sperrigen Kinderwagen durch den Supermarkt bugsiert? Keine! Und das sollten wir uns öfter mal vor Augen führen. Aufhören, die Toffifee-Werbung im Kopf abzuspielen und der Wahrheit ins Auge blicken: Mutter sein bedeutet Entbehrungen in Kauf nehmen zu müssen, weniger Zeit für sich selbst zu haben, ständig verantwortlich zu sein für ein oder mehrere kleine Lebewesen, nichts perfekt planen zu können. Zwar gelegentlich eine saubere Wohnung zu haben (die einen öfter, die anderen seltener), aber noch viel öfter im Chaos zu versinken. Ständig eine innere To-Do- Liste mit sich herumzutragen, die wir niemals abarbeiten können. Und das ist ok.

Nur eins dürfen wir dabei nicht vergessen: Der Vater kann auch nichts dafür!
Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben auf den Partner zu übertragen ist nicht nur falsch, es ist auch ganz schön unfair. Immerhin war es nicht sein teuflischer Plan, uns in den Wahnsinn zu treiben.
In den Wahnsinn treiben und meist nur unsere eigenen Ansprüche ans Leben und an uns selbst. Ein Leben, das aller Voraussicht nach zwischen 80 und 100 Jahren lang dauert.
Verlangen wir selbst nicht verdammt viel, wenn wir in dieser doch sehr überschaubaren Zeit, in der Kinder klein und "anstrengend" sind, alles wollen? Ein sauberes Heim, fröhliche, ausgeglichene Kinder, ein Job, der uns erfüllt, Freunde, für die wir Zeit haben, ein sportliches Hobby zum Ausgleich und am besten noch Zeit, ein gutes Buch zu lesen? Machen wir uns keine Illusionen.
Wenn bei der Toffifee-Werbung die Scheinwerfer ausgehen, schmieren die Kinder ihre Schokofinger an der hellen Couch ab und rotzen der Mutter eine schleimige Haselnuss in die Hand, weil die nämlich zu hart zum Kauen ist. So sieht's aus!

Manche Tage als Mutter sind verdammt hart

Das ist Fakt und wir haben nur begrenzt Einfluss auf unser Mutterglück, das niemals -ich betone NIEMALS- permanent präsent ist. Daher sollten wir aufhören, darüber enttäuscht zu sein, dass die Welt nicht immer rosarot ist.
Betrachten wir das ganze doch auch gelegentlich aus der Vogelperspektive und lachen über unser eigenes Gesicht, das wir machen wenn das Kleinkind die Packung Eier aus der Einkaufstüte geräumt hat und der Glibber den Küchenboden bedeckt. Lachen wir über unsere eigene Dummheit, angenommen zu haben, wir könnten 4 Kuchen für die Geburtstagsgesellschaft backen ohne zwischendurch Wattestäbchen aus der Kloschüssel fischen zu müssen. An diese Momente werden wir eines Tages noch wehmütig zurückdenken und hoffen, dass es bald Enkel gibt, die uns in den Wahnsinn treiben.

Wir sind kein Paar mehr

Nichts ist wie zuvor. Und das wird es auch nie wieder. Wir sind Eltern und werden das immer bleiben. Ein Paar, das sind per Definition zwei. Zu einer Familie gehören mindestens drei. Wie sollte man also Familie und Paar gleichzeitig sein können?
Eines haben wir jedoch nach wie vor: Eine Partnerschaft. Und hier gilt es zu teilen: Sorgen, Ängste und Nöte genauso wie Freude, Lacher, Spaß und Liebe. Vorwürfe kann man übrigens nicht teilen, man kann sie dem anderen nur machen. Ja, wir hatten einen harten Tag. Aber das ist nicht die Schuld unseres Partners. Und auch wenn wir uns in manchen Momenten sicher sind, keiner könne einen beschisseneren Tag gehabt haben als wir: Vielleicht hatte unser Partner ihn doch. Machen wir uns ruhig öfter bewusst, dass der Partner auch sein Päckchen zu tragen hat. Offenheit, gegenseitiges Verständnis und Respekt für die Leistung des anderen sind meines Erachtens die wichtigsten Aspekte, für eine glückliche Partnerschaft, und zwar unabhängig davon, wer diese Woche den Müll öfter rausgebracht oder mehr Einkommen erwirtschaftet hat. Und mit einer Prise Humor lässt sich auch viel unnötiger Perfektionismus weglachen. Eines haben wir mit unserem Partner immer gemeinsam, egal in welche Kurven uns das Leben wirft: Unsere Kinder und die Liebe zu ihnen. Mit wem könnte man also bessere Gespräche führen über das, was uns bewegt, wenn es doch meist die Kinder sind? Und wer könnte besser mit uns über die lustige Logik, verrückte Wortschöpfungen oder tollpatschige Versuche unser Spößlinge lachen?

Romantik ist, wenn man den Partner auf seine Breireste an der Backe aufmerksam macht. Wenn man wichtige Gespräche nicht nur bei einem Glas Wein, sondern auch vor einem Berg Knete führen kann. Wenn man sich liebe Sachen sagt, auch wenn's nach Windeleimer stinkt. Wenn man akzeptiert, dass der Rahmen für Romantik nun einige Jahre ein anderer sein wird. Und wenn man trotzdem lacht.




Mittwoch, 3. Dezember 2014

Blogparade: Weihnachtsliebe

Ich gebe zu, hier in Istanbul hat mich nun Anfang Dezember eine Art Mini- Weihnachtskrise heimgesucht.


So ganz ohne Weihnachtsmärkt, den Duft von Glühwein und Bratwürsten und kitschiger, abendlicher Beleuchtung in den Straßen fühlt sich die Adventszeit leider nicht vollständig an.
Das hat mich zum Startschuß dieser kleinen Blogparade inspiriert, die noch bis zum So., den 21. Dezember laufen soll.

Ich möchte von euch wissen:
Welche Bräuche, Anschaffungen und Rituale sind für euch in der Adventszeit und/oder an Heilig Abend unverzichtbar?
Habt ihr vielleicht besonders emotionale Kindheitserinnerungen und zelebriert ihr genau deshalb Weihnachten auf eine bestimmte Art und Weise? Oder ist genau das Gegenteil der Fall?
Bastelt ihr libevolle Adventskalender für eure Kinder (oder vielleicht sogar euren Partner)?
Stellt ihr Deko selbst her?
Gehört das Gestalten eines Adventskranzes zu euren festen Ritualen?
Oder könnt ihr nicht ohne den Duft von Weihnachtsplätzchen leben?
Und was macht euren Heilig Abend so besonders? Ein wahres Gourmet-Menü? Der Besuch in der Kirche? Der festlich geschmückte Baum? Musiziert ihr vielleicht sogar zusammen? Feiert ihr im kleinen oder sogar im ganz großen Kreise? Wie beschenkt ihr euch?
Oder habt ihr mit einigen Ritualen bereits negative Erfahrungen gemacht, so dass ihr diese aus eurem Weihnachtsprogramm gestrichen habt?


Ich mache mal den Anfang:

Unsere Adventszeit

Wenig Wert legte ich bislang auf Adventskalender. Meistens hat die Große in der Vergangenheit ihr Objekt der Begierde in der Werbung erspäht (Hello Kitty, Monster High etc) und so habe ich den jeweiligen Wunschkalender ganz ohne großen Aufhebens online bestellt. Da ich nicht so die "Bastel-Mutti" bin, habe ich ihr damit wohl einen großen Gefallen getan. Und ganz ehrlich: rechtzeitig 24 kreative Mini-Geschenke besorgen zu müssen hätte mich wahrscheinlich wahnsinnig gestresst. Auch dieses Jahr haben wir wieder gekaufte Kalender (zum Glück rechtzeitig dran gedacht und aus Deutschland rangeschafft).
Den Adventskranz haben wir in den letzten Jahren auch immer gekauft. Wichtig war mir eigentlich nur, dass er beim Verrücken nicht nadelte oder auseinanderfiel. Dieses Jahr in Istanbul gestaltete sich die Adventskranz-Beschaffung etwas komplizierter. Nachdem ich tagelang durch die Stadt tigerte und am Ende sogar erwog, ein Grabgesteck vom Gärtner umzufunktionieren, habe ich mich am Ende einfach dafür entschieden, dieses Jahr keinen typischen Kranz zu haben. Mit Hilfe einer Gardine aus dem Baumarkt, 4 Blumentopf-Untersetzern, Kerzen und allerlei Deko-Schnickschnacks habe ich nun ein "Arrangement" (wie ich meinen verzweifelten Versuch bezeichne) auf unserem Esstisch errichtet, das in der Adventszeit glücklicherweise doch noch etwas Weihnachtsstimmung aufkommen lässt (siehe Foto).
Unser erster Dezember in Istanbul brachte noch mehr (unerfreuliche) Premieren mit sich: Wir haben unseren ersten künstlichen Christbaum gekauft. Mit der Optik habe ich mich mittlerweile angefreundet, allerdings fehlt der Duft nach Tannennadeln und bedauerlicherweise nadelt er stärker als unser echter Baum letztes Jahr (ganz so authentisch hätte er dann auch wieder nicht sein müssen).
Aufs Plätzchen-Backen könnte ich niemals verzichten und so werden wir wohl auch dieses Jahr wieder etliche Sorten backen, die wir bis Silvester nicht mehr sehen können um dann genervt die Reste wegzuwerfen. Die Backzeit haben wir bereits letzten Sonntag eingeläutet und ich habe immer noch das Gefühl von Schokostreuseln an den Socken.

Modell Mehr-Generations-Weihnacht

Weihnachten ist für meine Familie und mich eigentlich immer DAS Event des Jahres.
Das liegt wohl unter anderem daran, dass sich die letzten Jahre eine neue Familientradition entwickelt hat: Wir feiern alle gemeinsam an Heilig Abend. Ich hatte die letzten Jahre an diesem Abend alle Menschen um mich, die mir am Herzen liegen und die zu unserem "Alltag" gehören: Meinen Mann, unsere Kinder, unsere Geschwister, meine Eltern, meine Schwiegereltern und sogar die Großeltern meines Mannes. In dieser riesigen Runde harmonieren wir alles glücklicherweise wunderbar. Außerdem bin ich mit einer Schwiegermutter gesegnet, die eine ganz fantastische Gastgeberin ist und nicht zuletzt durch ihre liebevolle Organisation und ihr aufwändig vorbereitetes Menü (meist essen wir Ente) dem Abend einen perfekten Rahmen schenkt.
Die letzten Jahre war ich mit meinem Mann und den Kindern nachmittags in der Kirche beim Krippenspiel, anschließend wurden schon recht früh die Geschenke der Kinder zu Hause ausgepackt und dann ging's los zum Festmahl und der grooooßen Bescherung bei Oma. Dort saßen wir dann immer bis spät nachts, aßen, sangen Weihnachtslieder die mein Vater auf der Gitarre begleitete, beschenkten uns gegenseitig und suhlten uns bei ein paar Gläsern Wein in Liebe, Emotionen und Sentimentalität.

Vielleicht rührt mein aktueller Weihnachtsblues auch daher, dass wir eventuell dieses Jahr an Heilig Abend nicht vollzählig sein können. Grund dafür ist der Beruf meines Mannes. Wir werden wohl erst sehr kurzfristig erfahren, ob wir nach Deutschland fliegen können und ob mein Mann dabei sein wird. Unser größter Weihnachtswunsch wäre es jedenfalls, den Heiligen Abend dieses Jahr und auch noch viele weitere Jahre weiterhin in der beschriebenen Konstellation feiern zu dürfen.

Jetzt bin ich gespannt, wie ihr Weihnachten feiert und welche Rituale es in euren Familien gibt.
Hier kurz und knackig die Regeln zur

Teilnahme an der Blogparade:

  • Veröffentliche bis zum 21.12.2014 deinen Text zur Weihnachtsliebe auf deinem Blog und verlinke dabei auf diesen Post
  • Sende mir den Link zu deinem Beitrag in der Kommentarfunktion unter diesem Artikel (oder auch per Mail, Twitter oder Facebook)
  • Auf Twitter werden die Beiträge unter dem Hashtag #Weihnachtsliebe gesammelt
  • Während der Weihnachtsfeiertage werde ich einen Post verfassen, in dem ich eure Beiträge für meine Leser nochmal aufliste, verlinke und zusammenfasse
  • Wer keinen Blog hat, darf mir natürlich trotzdem gerne in den Kommentaren seine Weihnachtsliebe hinterlassen, ich freue mich sehr über jeden einzelnen Beitrag!