Mittwoch, 26. November 2014

Noch mehr türkische Kuriositäten

Vor einigen Monaten habe ich bereits die ersten türkischen Kuriositäten, die mir seit dem Auswandern so unterkamen, für euch festgehalten und bin dabei auf großes Interesse gestoßen.
Daher möchte ich euch meine weiteren Beobachtungen aus deutscher Perspektive nicht vorenthalten und euch einen weiteren Einblick in die Eigenarten dieses liebsenswerten Völkchens verschaffen.
Hier kommt also die Fortsetzung türkischer Kuriositäten (einige dieser Punkte hätte ich gern VORHER gekannt und mir damit peinliche Situationen erspart :-p ):




Backe, backe Kuchen

Wer etwas besonders Leckeres kocht oder backt, sollte von Vorneherein die doppelte Menge zubereiten. Denn es ist so: Die türkische Hausfrau ist stets um das Leibeswohl ihres Umfelds besorgt. So erhält man regelmäßig süßes oder deftiges Gebäck, Pudding, Grießbrei und andere türkische Köstlichkeiten aus der Nachbarschaft. Aber Achtung! Fettnäpfchen-Gefahr! Der grimmige Deutsche tendiert dazu, erst zu schlemmen und dann zu später Stunde den leeren Teller zurückzubringen oder - noch schlimmer!- dem Nachbarn einfach vor die Tür zu stellen. Das ist hier ein absolutes No-Go! Ich empfehle, selbst mehrmals wöchentlich den Mixer zu schwingen um sich jederzeit angemessen revanchieren zu können. Deutsche Leckereien wie Zwiebelkuchen oder Kartoffelsalat kommen übrigens gut an. So habe ich mich nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten (Den Nachbarn tagsüber während der Fastenzeit mit einem Teller Kuchen aus dem Bett klingeln? KEINE gute Idee!) zur kulinarischen Bereicherung der Tellertausch-Community gemausert.

Se törkisch wäy

Ich gebe zu: Die Sprache hat's ganz schön in sich und einige Vokabeln müssen unzählige Male wiederholt werden, bis sie endlich sitzen. Doch zum Glück gibt es dafür auch etliche Wörter, deren Bedeutung man (sofern man rudimentäre Englisch- und Französischkenntnisse besitzt) nicht mehr nachschlagen muss, wenn man sie sich erst einmal auf der Zunge zergehen lässt.
Wer sich einen Sekt bestellen möchte und sich nicht mehr an "köpüklü şarap" erinnert, kann auch auf einen simplen "kokteyl" oder "şampanya"ausweichen.
Lust auf eine geschmacksintensive sos? Dann bestellt am besten köri oder barbekü Geschmack.
Wer auf moda und dizayn (Design) steht, kauft sich einen trençkot (Trenchcoat) und lässt sich anschließend beim kuaför aufhübschen. Dort gibt es übrigens auch manikür :-)
Im radyo läuft müzik, im televizyon ein film und wer noch mehr elektronik braucht, greift zu seinem ayfon (iphone) oder kaleksi (Galaxy). Die Schreibweisen sind zwar gewöhnungsbedürftig, wer sich aber erst mal dran gewöhnt hat, findet sie bald besser als die orijinal versiyonu ;-).

Höflich, herzlich, liebenswert

Dass wir Deutschen nicht gerade als Pioniere der Gastfreundlichkeit, Höflichkeit und Herzlichkeit gelten, ist klar. Umso deutlicher nimmt man die feinen Unterschiede in einem Land wahr, die sich diese Attribute schon fast auf die Flagge schreiben könnten. Einige Redewendungen existieren im deutschen noch nicht einmal: So wird einem überall ein herzliches "hoşgeldiniz" (Herzlich Willkommen) entgegengeschmettert. In Deutschland wird dies bestenfalls mit einem freundlichen Nicken oder "Danke" quittiert. Nicht so in der Türkei. "hoş bulduk" erwidert man höflich ("Freude haben wir gefunden"). Seine Wertschätzung gegenüber Personal verleiht man durch "kolay gelsin" Ausruck. So wünscht man dem Angesprochenen, dass ihm die Arbeit leicht von der Hand gehen möge. Wer zu Gast in einem türkischen Haushalt ist, und die Kochkünste der Gastgeberin loben möchte, bewundert diese mit "elinize sağlik" (Gesundheit in ihren Händen) und "afiyet olsun", also einen Guten Appetit, wünscht man nicht nur beim Servieren von Speisen, sondern auch bei Getränken (man bekommt es sogar beim Verlassen eines Restaurants noch hinterhergerufen).
Wer niest, dem wünscht man nicht etwa Gesundheit. Nein, das wäre zu wenig! Ein langes Leben wünscht man dem Verschnupften mit "çok yaşa". Dieser bedankt sich daraufhin nicht, sondern erwidert diesen Wunsch mit "sende gör!"(man könnte ja jemanden angesteckt haben).
Wer Kinder hat, hört ständig "Maşhallah". Dieser Ausdruck ist mehr Gefühl als nur ein Begriff. Er drückt Bewunderung aus und den Wunsch nach Gottes Schutz über dieses entzückende Wesen.
Man gewöhnt sich so schnell an diese unbefangene Herzlichkeit, dass sie uns bei Heimatbesuchen schon schmerzlich fehlt. Ein bisschen Maşhallah könnte Deutschland nicht schaden.

Zeigt her eure Füße!

Merke: Eine türkische Wohnung wird niemals mit Schuhen betreten. Niemals!
Es scheint keine tolerierbaren Ausnahmeregelungen zu geben. Auch in Extremsituationen legt der Türke Wert auf Etikette. Zwei durchgeschwitzte Handwerker brechen unter des Gewichts der Möbellieferung schon fast zusammen? Die Schuhe werden trotzdem vor dem Betreten der Wohnung abgestreift und fein säuberlich vor dem Eingangsbereich platziert, bevor sie sich und etliche Kilo Echtholz ins Wohnzimmer schleppen. Dies führt uns auch gleich zur nächsten Kuriosität: Türken besitzen Hausschuhe in Hülle und Fülle. Hier kennt die Gastfreundlichkeit mal wieder keine Grenzen. Egal, wie viele Menschen sich in einer Wohnung versammeln, jedem wird ein paar Hausschuhe bereitgestellt. So fühlt man sich gleich wie zu Hause :-).

Abwarten und Tee trinken

Ich bin überzeugt davon, dass diese Redewendung ihren Ursprung im Türkischen haben muss. Wer Dienstleistungen in Anspruch nimmt, dem wird die Wartezeit mit çay, also dem typisch türkischen Schwarztee, versüßt. Wer sich im Imbiss eine Mahlzeit zum Mitnehmen bestellt, bekommt während der Zubereitungszeit einen Tee. Wer in der Waschanlage sein Auto waschen lässt (das macht man hier nicht selbst), beobachtet das bunte Treiben bei einem Glas Tee. Wer sich beim Frisör die Haare föhnen lässt, nutzt die freien Hände um - richtig!- ein Glas Tee zu halten. In der Autowerkstatt wird ein Schaden geprüft? Warten Sie doch bei einem Glas Tee! Wer neue Möbel kauft, testet Sofa, Tisch und Stühle am besten noch im Laden mit einem Glas Tee. Und bestellt man im Restaurant die Rechnung erhält man -Überraschung!- erstmal ein Glas Tee. Eine durchaus angenehme Eigenart der Türken, die Ungeduldige wie mich davon abhält, ständig auf die Uhr zu linsen.






Donnerstag, 20. November 2014

Malen und Basteln mit Kleinkindern

Das Wetter wird wieder schlechter und wie jedes Jahr hüpfen meine Kinder unruhig in der Wohnung herum unf fordern Aufmerksamkeit und Beschäftigung. Spätestens nach der ersten kalten, windigen und regnerischen Woche, in der das Outdoor-Programm flach fällt, werden auch die tollsten Spielzeuge langweilig. Während meine Große mit ihren 9 Jahren eigentlich nur regelmäßig neue Materialien benötigt, um selbstständig ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen, braucht der 3jährige Zwerg Anleitung, damit die Prinzessin des undefinierbaren Gekrakels nicht nach 5 Minuten die Lust an Papier und Stiften verliert. 

Die meisten Bastelbücher und -websites haben zwar Bilder und detaillierte Beschreibungen, die zu entzückenden Resultaten führen. Für mich als Mutter mit nur durchschnittlich gestalterischem Geschick sind diese Vorschläge allerdings oftmals zu aufwändig, ich habe nicht alle Materialien zur Verfügung, oder die Bastelei erfordert so viele einzelne, präzise Schritte, dass dies dazu führt, dass Mama bastelt und der Zwerg zuschaut, weil es seine motorischen Fähigkeiten überschreitet und zur Frustration führt.

Heute zeige ich euch einige schnelle, unkomplizierte Basteleien, an denen der Zweerg die vergangenen Wochen große Freude hatte und die auch von Kleinkindern weitgehend selbstständig durchgeführt werden können.

Basteln mit Schnipseln:

Ihr benötigt lediglich etwas buntes Krepppapier, Kartonage oder notfalls auch bunte Kataloge, die der Kinderschere zum Opfer fallen dürfen. Kleine Schnipsel kriegen selbst die Kleinsten hin und mit Hilfe von ausgedruckten Vorlagen aus dem Internet oder Seiten aus Malbüchern lassen sich lustige Figuren mit Schnipseln und Klebestift füllen. Wer keine Vorlagen zur Hand hat, klebt die Schnipsel entweder per Zufallsprinzip auf ein leeres Papier oder hilft bei einer beliebigen Form. Durch Mamis schmückende Filzstiftstriche wird so aus einer undefinierbaren Masse ein lustiges Gespenst, ein Grashüpfer oder andere Figuern. "Fellige" Tiere wie z.B. die Schafe oder auch diese Kuh bekleben wir gerne zusätzlich mit Watte .


Basteln mit übrigen Materialien:

Bevor die unbrauchbare CD im Restmüll landet, kann sie auch gut als Schneckenhäuschen, Schneemannkugel oder Heißluftballon herhalten. Einfach aufkleben und hinterher mit Stiften oder buntem Papier zur gewünschten Figur vollenden.
Auch getrocknete Blätter oder Blüten lassen sich gut zur Zierde sämtlicher Gemälde verwenden. Aus Bastel- oder Geschenkpapierresten schneiden wir je nach verfügbarer Größe gemeinsam Körperteile von Tieren aus, die wir entweder komplett zusammenkleben oder ergänzend aufmalen.

Kunstwerke mit Wasser- oder Fingerfarben:

Mein Zwerg liebt Wasserfarben. Am liebsten jedoch nicht auf dem Pinsel, sondern auf der Haut. So bin ich stolze Besitzerin etlicher Hand- und Fußabdrücke und "Punktgemälde", die mit dem kleinen Zeigefinder in liebevoller Feinarbeit keiert wurden. Damit etwas Abwechslung ins Spiel kommt und es sich auch lohnt, das ein oder andere Kunstwerk aufzuheben oder zu verschenken, verschönern wir das Geschmiere die Meisterwerke oft. Mit ein paar einfachen Strichen wird so besispielsweise aus den Fußabdrücken ein lustiges Elchpärchen (Idee für Weihnachtskarten?!).
Mit übrigen Stickern und Aufklebern lassen sich Handabdrücke schmücken und durch die Verwendung von Vorlagen oder eigene Zeichnungen zum "Ausmalen" lassen sich hübsche Tiere oder Gegenstände gestalten (wir üben dabei immer die Farbbezeichnungen in verschiedenen Sprachen).
Aus dem grünen Punkte-Wirrwarr lässt sich eine mehr oder weniger üppige Baumkrone zaubern. Lasst euer Fantasie freien Lauf ;-)


Ich wünsche euch viel Spaß bei euren Kreationen und freue mich über weitere Ideen, Vorschläge und eure Fotos ;-)


Dienstag, 18. November 2014

Gelöschte Familienfotos retten – So sind eure Erinnerungen für immer sicher



Wie ich euch erst kürzlich berichtet habe, sind in meiner Familie alle online. Logisch, dass wir auch unsere gesammelten Erinnerungen in Form von Fotos und Videos auf den Laptops und Tablets gespeichert haben. Besonders liegen mir natürlich auch die Kinderfotos meiner Beiden am Herzen und damit diese nie komplett verloren gehen – auch wenn ich beim Aussortieren aus Versehen schöne Bilder gelöscht habe oder der Ordner im Papierkorb gelandet ist – habe ich mich mit der PC Hilfe Expertiger zusammengetan. Im Folgenden findet ihr heute also eine ausführliche Anleitung wie ihr verloren geglaubte Bilder eurer Liebsten wieder herstellen könnt.



Installation von Recuva


Für die Rettung der Bilder und Videos müsst ihr euch zunächst das Programm „Recuva“ herunterladen (gibt’s hier gratis zum Download). Die Installation verläuft dann weitestgehend so wie bei anderen Programmen auch, allerdings müsst ihr bei Recuva darauf achten, dass ihr es nicht auf dem gleichen logischen Laufwerk installiert, auf dem auch die verloren gegangenen Bilder waren. Mir wurde empfohlen für die Standardversion einfach einen unvorbelasteten USB-Stick zu benutzen. Die Auswahl des Installationsortes wird beim Schritt „Zusätzliche Einstellungen wählen“ übrigens unten links unter „Erweitert“ vorgenommen.


Rettung der Familienerinnerungen


Zuerst müsst ihr wieder den Recuva-Assistenten öffnen und dann einfach auf weiter drücken. Anschließend wählt ihr das Dateiformat nach dem ihr suchen wollt, also bei uns entweder Bilddateien oder Filme aus. Es lässt sich immer nur eine der beiden Alternativen auswählen; habt ihr also von Beidem etwas gelöscht, müsst ihr entweder zwei Suchläufe starten oder alle Dateien auswählen. Dies kann allerdings dann dazu führen, dass der Suchvorgang extrem lange dauert und ihr ziemlich unübersichtliche Ergebnisse bekommt.

Zusätzlich könnt ihr dann noch auswählen, wo nach euren aus Versehen gelöschten Fotos gesucht werden soll. Auch hier gilt wieder: Je spezifischer ihr auswählt, desto kürzer dauert der Suchvorgang. Falls ihr ein Foto von eurer Speicherkarte gelöscht habt, wählt ihr den Wechseldatenträger. Natürlich könnt ihr auch wieder euren gesamten Computer durchsuchen, das ist allerdings wie schon mit allen Dateien ziemlich zeitaufwändig und liefert vermutlich massenhaft Ergebnisse.

Zuletzt macht ihr noch ein Häkchen bei Tiefensuche (nach meiner Erfahrung werden dann einfach bessere Ergebnisse geliefert und die Fotos lassen sich ganz normal öffnen) und schon kann der Suchvorgang gestartet werden. 


Nachdem dann Ergebnisse geliefert wurden, klickt ihr einfach auf wiederherstellen und wählt einen neuen Speicherort aus. Lasst euch übrigens nicht verunsichern, wenn euch Recuva anzeigt, dass eure Fotos oder Videos nur teilweise wieder hergestellt werden konnten – oft fehlen in solchen Dateien dann nur Kleinigkeiten wie der Autorenname und das Wiederherstellen lohnt sich trotzdem!


Wie macht Recuva das?


Die Computerhilfe Expertiger hat mir folgende Erklärung an die Hand gegeben: Stellt euch euren PC wie ein Buch vor. Wenn ihr etwas speichert, dann wird das sowohl auf den Seiten (verschiedene Speicherorte eures Computers), als auch im Inhaltsverzeichnis (Register) eingetragen. Wenn ihr etwas wieder löscht, wird allerdings nur der Eintrag im Register gelöscht. Die Seiten werden dann zwar als freier Speicher angezeigt, doch der Inhalt ist noch da. Erst wenn wieder etwas am exakt gleichen Ort gespeichert wird, werden die ursprünglichen Inhalte überschrieben. Dann ist es für Recuva schwerer diese wiederherzustellen. Deshalb solltet ihr immer möglichst schnell handeln, wenn ihr merkt, dass euch Kinderfotos und –videos unbeabsichtigt abhandengekommen sind. 



Ich wünsche euch jetzt auf jeden Fall viel Erfolg beim Wiederherstellen der Bilder und Videos eurer Kleinen und hoffe ich konnte euch damit den Tag etwas versüßen!

Dienstag, 11. November 2014

Yummy Mini-Pizzen

Hier kommt ein kleiner Snack, den wir gerne zum Spieleabend zubereiten und den die Kinder ganz besonders lieben :-).
Schmeckt hervorragend warm und kalt und lässt sich auch am nächsten Tag noch super zu Schule und Kindergarten oder einem Ausflug einpacken.


kleine Mini-Pizza als Snack mit Schinken und PaprikaZutaten (9 Stück):

375g Mehl
1/2 Würfel Hefe
Prise Salz
1 EL Olivenöl
250ml warmes Wasser
200ml passierte Tomaten
150g geriebener Käse (Emmentaler, Gouda oder Mozzarella)
Oregano
Belag nach Belieben (Schinken, Salami, Paprika, Thunfisch, Ananas, Oliven, Mais, ...)


9 leckere Mini-Pizzen backen im Ofen1. Das Mehl mit dem Salz und dem Olivenöl in eine Schüssel geben. Hefe im warmen Wasser auflösen und anschließend dazu geben. Mit den Händen gut durchkneten, bis ein gleichmäßiger, zäher Teig entstanden ist und diesen dann abgedeckt ca. 30 Min. ruhen lassen.

2. Backofen bei Ober/Unterhitze auf 200 Grad vorheizen.
Backblech mit Backpapier auslegen oder mit Öl bepinseln.

9 leckere MIni-Pizzen sind fertig: Der Käse ist zerlaufen und appetitlich ligen sie auf dem Blech bereit3. Teig in 9 gleiche Teile portionieren und diese mit der Hand auf dem Blech zu kleinen, flachen Pizzen formen.

4.  Pizzen mit passierten Tomaten bestreichen, mit Oregano würzen und Käse darüber verteilen.
Zum Schluß den Belag (hier Schinken und Paprika) darauf drapieren und alles im Ofen backen, bis der Käse verlaufen und goldgelb ist (ca 20 Min.).

Zubereitungsdauer: 15 Min. + 30 Min. Ruhezeit und 20 Min. Backzeit


Das Spiel "Istanbul" mit leckeren Snacks und Getränken auf dem Familientisch
Spieleabend mit Mini-Pizzen und hier dem Spiel "Istanbul" :-)





Freitag, 7. November 2014

Wir haben Limango getestet

Das Online-Outlet Limango war so freundlich, mir ein Herbstoutfit für den Zwerg zu sponsern. So testete ich im Oktober den Shop für euch und gebe euch heute einen kurzen Überblick über meinen Eindruck und meine Erfahrungen.

(Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass das Sponsoring meinen Testbericht nicht beeinflußt hat) 



Was gibt's?

Limango ist ein Online-Outlet, das Markenklamotten, Schuhe, Accessoires und Schmuck für Kinder und Erwachsene anbietet. Sogar eine Rubrik "wohnen" gibt es dort und auch Reiseschnäppchen stehen zur Verfügung. Zusätzlich zum regulären Outlet gibt es täglich neue, zeitlich begrenzte Aktionen von verschiedenen Marken, die besondere Rabatte anbieten.

Gewöhnungsbedürftig fand ich die Idee, sich erstmal mit der E-Mail Adresse anmelden zu müssen, um überhaupt die Aktionen einsehen zu können. Das hätte mich unter normalen Umständen wohl etwas abgeschreckt. Auf die Registrierung folgten auch prompt täglich Newsletter, in denen auf verschiedene Aktionen hingewiesen wurde. Nett gemeint, aber für meinen Geschmack zu viel des Guten. Glücklicherweise kann der Newsletter durch einen einfachen Mausklick abbestellt werden.

Der Shop

Positiv fiel mir gleich die Aufmachung und Übersichtlichkeit der gesamten Seite ins Auge. Sowohl die Aktionen, als auch das Outlet sind sehr klar strukturiert und so gegliedert, dass jeder schnell findet, nach was er sucht. Aber auch zielloses "stöbern" ist kein Problem.

Ich sah mich also in der "Kinder" Kategorie um und fand sofort zahlreiche Artikel, die mich ansprachen. Durch die detaillierte Kategorisierung fand ich mich gleich super zurecht. Sehr hilfreich finde ich die unkomplizierten Einschränkungen, die man für die Suchergebnisse wählen kann. So können gleich Filter für Farben, Größen, Marken, Preise etc. gesetzt werden und man muss nicht ewig durch uninteressante Artikel scrollen.
Fotos und Artikelbeschreibungen sind ansprechend, die Artikel gut von allen Seiten erkennbar und alle wichtigen Infos vorhanden.

So fand ich auch schnell, was ich suchte: Ein Paar gefütterte Winterstiefel für den Zwerg sollten es sein. Passend dazu wählte ich ein süßes Strumpfhosen-Set und Röckchen (ja, da fährt sie momentan voll drauf ab). Begeistert hat mich dann, dass ich dort tatsächlich etwas fand, nach dem ich schon seit Wochen suche: Eine "Sporttasche" für meine 3jährige.
(Sie spielt zur Zeit jeden Abend "Schule" und versucht, die große Schwester nachzuahmen. Dass sie keine eigene Sporttasche besaß, führte regelmäßig zu kleinen Kriegen zwischen den Schwestern, denn der Zwerg vertritt die Ansicht, man könne ohne nicht n die "Schule" gehen.) 
Auf Limango habe ich eine solche Sporttasche im Miniformat gesucht und - zu meiner Überraschung - sofort gefunden.
Also ab in den Warenkorb mit den Artikeln.

Kleiner Kritikpunkt: Als Mama muss ich mich öfters zwei-, drei- oder vierteilen. So kommt es eigentlich regelmäßig vor, dass ich beim Onlineshopping (vor allem wenn es mehrere Artikel sind) mehrfach unterbrochen werde. Leider wird bei längerer Inaktivität bei Limango der Warenkorb wieder "geleert" (auch im eingeloggten Zustand). Ein kleines Manko im Vergleich zu amazon & Co., wo ich sogar noch Tage später eine angefangene Bestellung problemlos vervollständigen kann.

Die Preise

Die zauberhaften Stiefel von Pio kosteten auf Limango 44,99€. Neben dem Preis ist auch immer die vom Hersteller empfohlene unverbindliche Preisempfehlung und die damit verbundene Ersparnis in Prozent angegeben (Hier 23%).

Das Strumpfhosen Set (von Little Pieces) bestehend aus 2 warmen Muster-Strumphosen in den Tönen altrosa und creme gab's zum Preis von 13,49€ (UVP 24,95€ und damit "Rabatt von 41%).

Die Sporttasche von Tatonka fand ich zu einem für mich ganz unglaublichen Preis von 7,58€ (UVP 20€, damit 62% Rabatt).

Zu guter Letzt kostete der beige Volants-Rock von  Zie-Zoo 12,49€. Die UVP liegt bei 41,95€ (what?!) und ist somit über limango zu 70% günstiger.

Gerne wollte ich überprüfen, ob die Artikel auf anderen Websites zu ähnlichen Preisen angeboten werden oder tatsächlich zur UVP des Herstellers. Dann aber die große Überraschung: Keinen der Artikel konnteich bei anderen Shops finden. Es scheint, als hätte Limango ein Exklusivrecht.
Eigentlich ganz prakisch: So hat man zumindest das Gefühl, tatsächlich eine Menge gespart zu haben :-). In meinem Fall eine durchaus stattliche Summe von 66,78€.

Zahlung und Lieferung

Bezahlt werden kann per Überweisung, Lastschrift, mit Kreditkarte oder Paypal. Also für jeden etwas dabei ;-).

Limango bietet öfters Gutscheine an, so erhält man zum Beispiel aktuell nach Registrierung einen 10€ Gutschein per Mail, den man innerhalb von 14 Tagen bei einem Mindestbestellwert von 40€ einlösen kann.
An Versandkosten kommen 2,95€ hinzu, was ich als relativ günstig empfinde.
Ich schickt die Bestellung montags ab und bereits am Dienstag erhielt ich die Versandbestätigung inklusive Sendungs-ID, so dass ich das Paket über die Homepage von Hermes nachverfolgen konnte. Donnerstag traf das Paket ein. Ging also rucki-zucki :-)

Fazit


+ riesige Auswahl
+ übersichtliche Gliederung
+ angemessene Preise
+ attraktive Aktionen
+ einwandfreie Qualität
+ schnelle Lieferung

- Zugang zu Aktionen nur mit Anmeldung durch E-Mail Adresse
- Tägliche Werbemails (abstellbar)
- Session schnell ablaufen (Warenkorb bei längerer Inaktivität wieder leer)


Und hier kommt mein größtes + :

Der Zwerg liebt die neuen Sachen :-)


Damit ist Limango ein Onlineshop, den wir ganz bestimmt nicht zum letzten Mal genutzt haben.

Vielen Dank an dieser Stelle an Limango, die dieses zauberhafte Outfit gesponsert haben!


Dienstag, 4. November 2014

Meine Must-Haves auf Lulus Stern

Auf dem zauberhaften Blog von Lulu "Lulus Stern"läuft schon seit einiger Zeit die Serie "Mama must Haves".

Heute gib es dort meine Must Haves.
Wer also wissen möchte, auf welche Beautyprodukte ich schon seit Jahren schwöre und welche "Must Haves" durch unseren Umzug nach Istanbul unverhofft in meine Leben gepurzelt sind, kann dies hier nachlesen:

http://www.lulusstern.com/2014/11/produkte-mama-frauen.html

Und wenn ihr schon mal dort seid, stöbert doch noch etwas bei Lulu, es lohnt sich :-)! Von Geschichten aus ihrem Familienleben, über DIY-Ideen bis hin zu Rezepten und natürlich vielen weiteren Mama Must Haves findet ihr dort alles, was das Mama-Herz begehrt <3!

Montag, 3. November 2014

Mein Gastartikel bei Grummelmama

"Grummelmama" Katja hat vor Kurzem die Aktion Schlaflabor ins Leben gerufen. Hier berichten diverse BlogerInnen über ihre Erfahrungen mit Schlaf bzw. in meinem Fall Schlafmangel und die Gewohnheiten ihrer Sprößlinge.

Gestern ging mein Gastartikel online. Der Zwerg ist jetzt 3 und ich bin immer noch SO MÜDE.
Warum das so ist und weshalb meine Fenster schmutzig sind erfahrt ihr hier:


http://grummelmama.de/wordpress/2014/11/02/schlaflabor-2-sarah-von-mamas-lifestyle/

Samstag, 1. November 2014

Medienerziehung in meiner Familie - wir sind alle online

Medienerziehung ist ein heiß diskutiertes Thema, an dem sich die Geister scheiden. Nicht nur generationsübergreifend, auch in unserem Freundeskreis und damit unter Vertretern unserer Jahrgänge wir der Umgang mit TV, Internet, Handys, Smartphones und Tablets mehr als kontrovers diskutiert. Eine meiner Lieblingsblogerinnen Anna von Berlinmittemom hat zusammen mit Scoyo, einer Online-Lernplattform, eine Blogparade zum Thema Medienerziehung ins Leben gerufen.
(Sehr sehenswert übrigens auch der erste virtuelle Elternabend vom 30.09., bei dem Experten zum Thema diskutierten).


Zeit also, mal etwas aus dem Nähkästchen zu plaudern. Über unseren Umgang mit Medien und die Hintergründe.

Die Medien und wir

Bei uns zu Hause hat sämtlicher Medienkonsum seinen festen Platz. Ich lese viele Bücher, Zeitschriften und E-books. Genauso meine 9jährige, die wie ich ein eigenes Kindle besitzt. Das finde ich auch deshalb total praktisch, weil sie Fachbegriffe durch einfaches Antippen eines Wortes selbstständig nachschlagen kann. Meine 3jährige liebt Bücher und lässt sich jeden Abend ausgiebig von allen Familienmitgliedern vorlesen.
Im Wohnzimmer steht unser Fernseher, was meiner Ansicht nach auch der einzig angemessene Raum hierfür ist (mein Mann ist da anderer Meinung, aber ich habe mich durchgesetzt). Unser TV wird ganz unterschiedlich genutzt. An einem verregneten Samstagnachmittag läuft er schon mal 2 Stunden und die ganze Familie schaut sich "Lars der kleine Eisbär" oder ähnliches an. Dann bleibt er wieder tagelang aus, da wir anderweitig beschäftigt sind.
Wir besitzen 3 Laptops (einer davon ist mein ausrangierter und wird sicherlich in Kürze an die Große vererbt). Durch meine Arbeit als Texterin und meinen Blog läuft mein Notebook täglich und "Mama vor dem Laptop" ist für meine Kinder ein ebenso vertrautes Bild wie "Mama in der Küche".


Tablets sind bei allen beliebt

Mein Mann benutzt täglich sein ipad, an dem auch der Zwerg das ein oder andere Youtube-Video sehen darf. Tolle Möglichkeiten bieten sich hier, die man durch TV oder Bücher nicht hat. Unsere Tochter spricht deutsch. Seit wir aber nach Istanbul ausgewandert sind, geht sie in einen internationalen Kindergarten, in dem türkisch und englisch dazukommen. Eine ihrer liebsten Beschäftigungen ist es, sich "Caillou backt Pizza" in allen 3 Sprachen anzusehen. Unsere Große besitzt ein Tablet, auf dem sie E-Mails abrufen darf (ehemalige Klassenkameradinnen), skypen kann (mit der Familie in Deutschland), mit Hilfe von Apps türkische und englische Vokabeln lernt und gemeinsam ausgewählte Spiele spielt. Den Internet-Browser nutzt sie nur in meinem Beisein. Auch hier genieße ich einige Vorzüge, die mir das Leben erleichtern. Wenn sie zum Beispiel Armbänder knüpft, sieht sie sich auf Youtube Tutorials an. Ganz ehrlich? Ist mir tausendmal lieber, als mich selbst in eine 20seitige Anleitung einzulesen um es ihr zu erklären.
Sogar der Zwerg besitzt bereits seit seinem zweiten Lebensjahr ein eigenes Tablet. Es ist ein Modell speziell für Kinder, in dem man die Funktionen je nach Alter stark einschränken kann. Angeschafft wurde es ursprünglich nur deshalb, damit die Große ihr eigenes Tablet ungestört nutzen kann (beide Tablets lagen letztes Jahr unterm Weihnachtsbaum) und ich mein Kindle wieder bekomme, das der Zwerg bis dahin ständig in Beschlag nahm. Zu Hause liegt das Kids Tablet grundsätzlich in der Schublade, ist aber auf unseren regelmäßigen Flugreisen ein treuer Begleiter und auch im Krankenlager mittlerweile unverzichtbar, wenn uns mal wieder eine Grippewelle heimsucht. Momentan hat sie auf 2 einfache Spiele, ein Malprogramm und 5 kurze Kindervideos Zugriff. Ein "Spielzeug", das über Jahre interessant und nützlich bleiben kann, indem man es regelmäßig um altersgerechte Funktionen erweitert.

Erstes Smartphone mit 9

Wir Eltern und auch die Große (seit Beginn des aktuellen 4. Schuljahres) besitzen Smartphones.
Ich möchte an dieser Stelle hinzufügen, dass sie in Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch kein Smartphone bekommen hätte. Aber neue Schule, neue Sprache, neue Adresse, neue Stadt....da konnte ich auch als Mama besser schlafen als ich wusste, sie hat eine Möglichkeit mit uns Kontakt aufzunehmen wenn irgendwas nicht klappen sollte. Und mittlerweile finde ich es auch im Alltag ganz praktisch. Beispielsweise wenn mir die Große mittags eine Whatsapp Nachricht schickt, dass das Essen in der Kantine grausig schmeckt. Dann weiß ich: Eine Portion mehr kochen ;-).

Nutzungsdauer nicht reglementiert

Wir besitzen für sämtliche Geräte keine festen "Regeln" hinsichtlich der Nutzungsdauer und setzen stattdessen auf unsere Vorbildfunktion, Vertrauen und Kommunikation
Es ist selbstverständlich, dass während dem Essen keiner am Smartphone hängt und ein Spieleabend mit Karten oder Brettspielen diversen Apps vorgezogen wird. Aber durch die vielseitigen Möglichkeiten, die zum Beispiel das Tablet der Großen ermöglicht, bin ich von einer Regelung à la 30 Minuten am Tag abgekommen. Schließlich fiel mir in bestimmten Situationen auch kein vernünftiges Argument ein. Warum sollte sie beispielsweise vor dem zu Bett gehen kein Hörbuch mehr auf dem Tablet hören dürfen, eine Kassette auf dem Kassettenrekorder wäre aber in Ordnung?


Nach meiner kurzen Technik- Inventur muss ich schlucken. 2 Erwachsene und 2 Kinder im Alter von 9 und 3 Jahren besitzen zusammen 1 Fernseher, 3 Notebooks, 2 Kindles, 3 Tablets und 3 Smartphones. Und auf Gameboys, Spielekonsolen, MP3 Player und unsere Zweithandys mit deutschen Nummern möchte ich gar nicht näher eingehen....

Wer sich jetzt fragt, warum die aktive Nutzung sämtlicher verfügbarer Medien einen so festen Platz in unserem Leben hat, dem möchte ich sehr gerne beschreiben, wie ich die neuen Möglichkeiten sehe.

Mein Sinnbild: 3 Mögliche Wege

Ich stelle mir vor, das alle Eltern im Laufe ihres Lebens entweder geplant oder überraschend von einer ruhigen, abgeschiedenen Elternwelt in ein pulsierendes Zentrum einer unbekannten "Stadt" ziehen. Dort leben Sie von heute auf morgen inmitten einer riesigen Kreuzung.
Manche Eltern kennen die Fahrzeuge, die Verkehrsschilder und die Regeln, nach denen sich die unterschiedlichen Teilnehmer auf dieser Kreuzung bewegen. Einigen Eltern fehlt die komplette Übersicht. Ein Teil des Verkehrs ist ihnen vertraut, ein anderer fremd. Wieder andere haben ihr Leben lang nur Blumenwiesen gesehen und noch an keiner Straße gestanden. Doch alle finden sich vor derselben Situation wieder und müssen sich damit arrangieren.

So stehen wir Eltern nun alle mit unseren Kindern an dieser riesigen, bunten Kreuzung, auf der es vieles Interessantes zu entdecken gibt, von der aber auch viele Gefahren ausgehen.

Wir haben nun 3 verschiedene Möglichkeiten, mit dieser Situation umzugehen:

1. Wir schnappen unsere Kinder, gehen ins Haus und verbieten ihnen, je wieder nach draußen zu gehen, denn auf dieser gefährlichen Kreuzung könnte ihnen so einiges zustoßen. Unsere Kinder blicken jeden Tag aus dem Fenster, beobachten die Kreuzung und sehen ihre Freunde, die dort die unterschiedlichsten Abenteuer erleben. Wenn wir unseren Kindern den Rücken kehren, schleichen sie sich heimlich hinaus um ihre Umgebung zu erkunden.

2. Wir sind von der Komplexität und Unübersichtlichkeit total überfordert und wissen erstmal nicht, wie wir unsere Kinder sicher über diese Kreuzung lotsen sollen. Da sie aber unbedingt Teil des Geschehens sein möchten, lassen wir sie gewähren. Wir ziehen uns zurück und lassen sie mit der Situation alleine, es wird schon alles gut gehen. Andere Kinder bewegen sich schließlich auch auf dieser Kreuzung und scheinen dort sicher zu sein.

3. Wir nehmen unsere Kinder an die Hand und versuchen uns gemeinsam einen Überblick zu verschaffen. Wir überlegen uns, welche Route wir nehmen, welche Ecken gefährlich aussehen und welche Abenteuer wir auf keinen Fall auslassen wollen. Dann suchen wir nach sicheren Wegen zu unseren Zielen und machen uns mit den Verkehrsregeln vertraut. Wir fragen andere, wenn wie einige nicht verstehen.

 Ihr ahnt, worauf ich hinaus will. Diese 3 Wege lassen sich wunderbar auf unseren Umgang mit Medienerziehung übertragen. In dem Moment, in dem man (gezwungenermaßen) mit der Auseinandersetzung konfrontiert wird, sind die ersten beiden Möglichkeiten kurzfristig betrachtet die einfachsten und unkompliziertesten: Einfach alles was mit Internet etc zusammenhängt verbieten um seine Kinder vor sämtlichen damit verbundenen Gefahren zu bewahren oder unbegleitete Aktivität mit wenigen bis gar keinen Einschränkungen erlauben um Diskussionen zu vermeiden.

Auch internetaffinen Eltern fällt nicht alles leicht

Zugegeben, selbst mir als Blogger sind manche Dinge noch etwas fremd und die Kreuzung kenne ich noch lange nicht wie meine Westentasche. Ich bin zwar auf Facebook, Twitter, Instagram, Google Plus und Pinterest aktiv und damit sicherlich dem Digital Native etwas näher als die "Durchschnittseltern". Doch auch in meiner Kindheit gab es weder Handys noch Internet, Telefonate wurden nach Minute abgerechnet und was man zu besprechen hatte, wurde persönlich abgehandelt. Zur Vorbereitung von Schulreferaten ging man in die Bibliothek, deren Öffnungszeiten man vorher im Notizbuch überprüfte. Damit schüttle auch ich oft den Kopf, wenn meine 9 Jährige mit einer Selbstverständlichkeit jede Unklarheit googeln möchte und jede Kleinigkeit über Whatsapp abklärt.

neu = fremd = gefährlich?

Wenn wir uns genauer mit neuen Medien und technischem Schnickschnack von Smartphone bis Tablet auseinandersetzen, wird schnell klar, dass die Gefahren gar nicht so unüberschaubar und zahlreich sind, wie das von vielen Vertretern der alten Schule gerne propagiert wird.
Da ist einmal die Gefahr der persönlichen Informationen, die man von sich und seinem Umfeld preisgibt.
Dann die Gefahr durch virtuelle "Freunde" und "Bekannte". Ich nehme an, auch andere Eltern haben panische Angst davor, dass Pädophile übers Netz versuchen, sich ihren Kindern anzunähern.
Und dann noch ein mir etwas suspekter Panikpunkt, der aber nicht selten aufgegriffen wird: Der Realitätsverlust oder auch eine Verkümmerung der emotionalen Intelligenz.

Alles Gefahren, die nicht unterschätzt werden dürfen. Aber dennoch sind sie überschaubar und nicht als reine Probleme der virtuellen Welt zu betrachten.
So wie wir unseren Kindern beibringen, wie man sich im realen Leben in der Öffentlichkeit verhält, können wir sie auch lehren, im Netz angemessen aufzutreten. Wer seinen Kindern das erfolgreich nahebringt, braucht sich weder vor späteren Nackt- und Suffbildern, noch vor peinlichen öffentlichen Äußerungen und verbalen Angriffen gegen andere fürchten.
Alle Eltern versuchen ihre Kinder für die Gefahr, die von Fremden ausgeht, zu sensibilisieren. "Nie zum Fremden ins Auto einsteigen!" kann genauso verinnerlicht werden wie "Nie auf Nachrichten von Fremden reagieren!".
Und nicht zuletzt geht es wie bei den meisten Fragen in der Erziehung um das richtige Maß. Das Maß, das zum Kind, zur Familie und den jeweiligen Lebensumständen passt. Wer Medien nutzt um sein Leben zu bereichern, Kontakte zu pflegen, zu lernen und zu lachen ohne sich dabei aus der Realität zurückzuziehen, dessen zwischenmenschliche Fähigkeiten werden auch nicht darunter leiden.

Fazit: 

Das Internet gibt es. Soziale Netzwerke auch. Nichts davon wird sich wieder in Luft auflösen. Wer nicht gerade intensiv mit der Entwicklung einer Zeitmaschine beschäftigt ist, sollte sein "Früher war alles besser" Credo in die Kiste zu den Polaroid-Fotos und den Schlaghosen packen. Denn letzten Endes ist es so:
Wir werden früher oder später unsere Kinder in eine Welt entlassen, die auf sie als Digital Natives wartet.
In eine Welt, in der interessante Kontakte und berufliche Chancen über LinkedIn und Xing zustande kommen.
In eine Welt, in der von ihnen virtuelle Recherche in Sekundenschnelle erwartet wird.
In eine Welt, in der durch die Globalisierung Freundschaften über Länder und Kontinente hinweg gepflegt werden wollen.
In eine Welt, in der ihnen ein positiver virtueller Auftritt Türen öffnen wird.
In eine Welt, in der es mehr denn je gilt, Wert auf seine Privatsphäre zu legen und sie zu wahren.
In eine Welt, in der jede Information zu jeder Zeit jedem Menschen zur Verfügung steht.

Logische Konsequenz ist für mich, meinen Töchtern alle Möglichkeiten vorzustellen und ihnen einen selbstständigen, verantwortungsvollen Umgang damit beizubringen und dann auch zuzugestehen.

Wenn meine 9jährige Tochter sich die kostenlose App für die pinke Tastatur NICHT herunterlädt, weil sie vorher geprüft hat, auf welche Funktionen sich diese App Zugriff verschafft und sie nicht möchte, dass ihr Fotoalbum eingesehen werden kann, habe ich das Gefühl:

Wir sind auf dem richtigen Weg.