Mittwoch, 26. Februar 2014

"Mutige Mütter" Mittwoch Teil 3


70% aller Mütter mit Kindern unter 15 Jahren sind in Deutschland berufstätig.
Etliche sind unzufrieden, unterbezahlt und ihre Tätigkeit zapft noch nicht mal ihr Potenzial an.
Viele Arbeitgeber bieten Teilzeitkräften keine Möglichkeit, sich zu entfalten oder weiterzuentwickeln.
Mamas Lifestyle stellt euch nun jeden Mittwoch eine beeindruckende Mutter vor, die es geschafft hat ihre eigenen Ideen und Träume zu verwirklichen. Diese mutigen Frauen beweisen, dass es niemals zu spät ist, ein Projekt zu starten, für das man mit Leidenschaft brennt.



Heute im Interview: Simone Leithe

 

"Traut euch mehr, als Ihr euch selber zutraut und seid nicht misstrauisch, wenn euch Andere einfach helfen wollen!"


KiKo Kinderkonzepte

Simone ist Mutter von 3 Kindern ( 10, 7 und 3 Jahre), verheiratet und gelernte Hotelfachfrau. Die gebürtige Münsteranerin arbeitete bis zur Geburt ihres ersten Kindes als Verkaufsleiterin bei einem Non-Food-Caterer in Köln. Nach der Geburt ihrer Tochter wurde Simone schnell klar, dass sie das Hausfrauen- und Mutterdasein nicht vollständig erfüllte und so machte sie sich als Eventmanagerin selbstständig. 
Da sie mit Kind und Kegel für den Job ihres Mannes alle 2 Jahre umzieht und die Familie so durch ganz Europa tingelt, musste nun ein neues Konzept her, das sich von überall auf der Welt realisieren lässt. 
Zum Glück sprüht die Power-Frau nur so vor Ideen und beweist mit der Gründung von KiKo Kinderkonzepte (2013), dass es auch unter erschwerten Voraussetzungen möglich ist, mit Spaß erfolgreich zu sein. Simone erleichtert uns Müttern seitdem das Leben, indem sie themenbezogene Kindergeburtstagspartys plant und alles zur Verfügung stellt, was einem als Mutter den letzten Nerv raubt (Einladungen, Spiele- und Bastelideen, Deko, Give-aways, etc). Heute inspiriert uns die kreative Unternehmerin durch Einblicke in ihr Privatleben, ihre Motivation und ihre Ideen und Pläne für die Zukunft.

Du bist gelernte Hotelfachfrau. War das damals dein Traumberuf?

Nein! *lach* Ich wollte jahrelang Innenarchitektin werden! Hatte dann aber keinen Bock auf Abi, wollte nach der 10. dann zu Verwandten nach Kanada, woraus aber wegen Krankheit kurzfristig nichts wurde. Durch Zufall las mein Vater eine Anzeige von einer Hotelfachschule und ich war Feuer und Flamme! Ausbildung, viele tolle Jobs in vielen tollen Hotels in ganz Deutschland, bis ich dann als Verkaufsleiterin im Event-Catering gelandet bin!

Nach der Geburt des ersten Kindes hast du dich bereits als Eventmanagerin selbstständig gemacht. Wie kam es dazu?

Unsere Süße war so lammfromm, dass ich mich schnell gelangweilt habe. Wir waren gerade erst in eine fremde Stadt gezogen, ich hatte schwanger natürlich keinen Job gefunden und das Mutter- und Hausfrauendasein reichte mir einfach nicht! Und da kam das Angebot mit der Unterstützung zur Ich-AG ganz recht. Als wir dann aber ins Ausland gezogen sind habe ich pausiert!.

Du hast mittlerweile 3 Kinder. Wie wichtig war es dir auch als Mutter beruflich deinen eigenen Weg zu gehen und Freude an deiner Arbeit zu haben?

Erst mal gar nicht! Mein Mann wird alle paar Jahre weitergeschickt. In Spanien wurde unser Sohn geboren, und wir sind viel per Flieger nach Deutschland gependelt. Während des Umzugs zurück nach Deutschland wurde ich leider krank und war froh, überhaupt alles geregelt zu bekommen und dann hat es lange gedauert bis alles wieder besser ging. Und prompt war ich wieder schwanger! Und da alle Kinder in den Genuss von 2-3 Jahre lang 100% Mama kommen sollten, habe ich mich erst als die Lütte in den KiGa kam mit KiKo selbständig gemacht!

Hat sich durch deine Kinder deine Einstellung zum Beruf verändert?

Ja, eindeutig! Früher war mein Job mein Leben! Ich hatte nie einen 9to5-Job. Ich habe meistens 12-15 Stunden am Tag gearbeitet und es geliebt. In der Gastronomie nichts Ungewöhnliches! Aber jetzt habe ich nach Etwas gesucht, das ich machen kann wenn die Kinder vormittags nicht da sind und auch keinen Schaden nimmt, wenn dann mal Eines krank wird.

Was hat dich im Sommer 2012 zu deinem Blog inspiriert?

Ich bin ein lustiger, kommunikativer und unheimlich mitteilungsbedürftiger Mensch! Ich habe komische Ideen und denke sehr oft in Comics. So mit Hintergrundgeräuschen und übertriebenen Szenen. Ich liebe z.B. diese tragbaren Löcher, die die da einfach vom Boden aufheben, an die Wand machen und darin verschwinden! Und so stelle ich mir hier halt manchmal was vor! Die Anekdoten die frau in einer so großen Familie erlebt, blockierten einfach mein Hirn! Durch unsere Umzüge kenne ich immer nicht soooooo viele Leute vor Ort. Also hörten mir auch nicht so viele zu. Nur meine Familie und Freunde auf Facebook. Und DIE haben mir schon immer gesagt, dass das was ich schreibe an die Öffentlichkeit gehört! Bevor ich aber einen Verlag suche wollte ich mal testen, ob „Fremde“ mich auch lustig finden denn das konnte ich mir nicht vorstellen. Ich dachte immer "das finden die doch nur witzig, weil sie mich und meine Art kennen"!

Seit Oktober 2013 gibt es „Kiko Kinderkonzepte“. Wie lang schlummerte die Idee schon in der Schublade?

Lange! Seeeeeeeeeeehr lange! Genau genommen über 6 Jahre. Erst habe ich nur fantasiert, dann habe ich mitbekommen wie gerne manche Hilfe hätten, sich aber keinen Partyservice, Zauberer oder Ähnliches leisten wollten und als ich als Dankeschön für die Hilfe bei unserer Party, einer Freundin dann mal ein Konzept geschrieben habe, meinte sie nur: "Da solltest Du was draus machen, das war perfekt!"

Durch den Beruf deines Mannes zieht ihr alle 2 Jahre in eine neue Stadt. Ich kann mir gut vorstellen, dass so viel Veränderung auch immer viel organisatorischen Aufwand mit sich bringt. Was hat dich motiviert trotz vieler Aufgaben und Verantwortungen den Mut zur Selbstständigkeit zu haben?

Auch hier habe ich mir eben lange Gedanken gemacht. Auch Umzüge und Neuanfänge werden irgendwann zur Routine. Aber als ich mich das erste Mal selbständig gemacht hatte, habe ich 1 Jahr für Aquise verbraucht, dann hatte ich 2 supertolle Großaufträge (ich hätte auch kleine gemacht, aber da kam nix!) und den Fuß in der Tür eines Großunternehmens. Dann kam der Anruf: „Wir können nach Spanien“. Wir konnten nicht wiederstehen! Und da nie absehbar ist wohin es weitergeht und ich nicht immer und immer wieder von vorne anfangen möchte, habe ich halt gedacht, dass ich etwas machen muss, das ich online verkaufe und so wurde KiKo geboren!

Auf welche Unterstützung bist du angewiesen?

Auf gar keine, und ich glaube darum macht es auch so wahnsinnigen Spaß! Ich bin aber auch ganz schlecht im „Hilfe annehmen“! Nicht immer gut!

Welche Vorteile bringt für dich die Selbstständigkeit als Mutter im Vergleich zu einer angestellten Tätigkeit?

Die allseits Bekannten: Im Krankheitsfall der Kinder bin ich halt da und muss mich vor niemandem rechtfertigen warum ich schon wieder zu Hause bleiben muss! Das Risiko ist im Gegensatz zu Müttern mit einem Kind ja dreimal so hoch! Keiner redet mir rein und ich entscheide alleine! Ich kann mir flexibel einteilen, was ich wann mache und habe keinen Druck von „Oben“, ich bin eben gern mein eigener Chef! Meine Eltern sind allerdings auch selbständig. Und ich vermute, das prägt. Ich wollte vor 12 Jahren schon meinen Job in Köln reduzieren und mich nebenbei mit etwas GANZ ANDEREM selbständig machen, aber da machte mir der 11. September einen Strich durch die Rechnung. Die Eventbranche knickte voll ein, wir mussten Mitarbeiter entlassen und ich musste eher mehr arbeiten statt weniger!

Welche großen Hürden musstest du mit Kiko bereits meistern und wie ist dir das geglückt?

Bisher zum Glück noch keine!

Ließ sich deine Arbeit immer gut mit dem Privatleben koordinieren und gab/gibt es Schwierigkeiten?

Bisher hatte ich noch keine Schwierigkeiten. Meine Kinder haben echt Verständnis wenn Mama mal was fertig machen muss. Aber sie wissen auch, dass ich anschließend zu 100% für sie da bin!

Welche Ziele hast du beruflich und privat für die nächsten Jahre?

Beruflich gebe ich KiKo 2 Jahre. Entweder rentiert es sich dann oder ich probiere einfach die nächste Idee aus. Ich habe da noch so Einige!!! ;-) Und ich habe 2 Buch-Vorhaben. Aber da habe ich kein zeitliches Ziel!
Privat möchte ich mir unbedingt erneut eine Yoga-Woche für mich GANZ ALLEINE gönnen!

Ein Tipp, den du selbst gerne bekommen hättest, als du dich zur Selbstständigkeit entschieden hast?

Keine Ahnung... Im Vorfeld habe ich keine Tipps bekommen. Es wussten aber auch nicht allzu viele davon. Alle Tipps die ich seit dem bekommen habe, waren Gold wert und hatten in erster Linie mit der Erstellung der Website zu tun. Ich bin immer wieder dankbar für die vielen guten Freunde, die sich nun auch ungefragt einmischen, und dankbar, dass ich auf Facebook so viele wundervolle mein Leben inzwischen echt bereichernde Frauen kennenlernen durfte, die ich hoffentlich auch irgendwann mal persönlich sehen darf!
Mein Tipp an alle (auch wenn ich den nicht bekommen habe):
Traut euch mehr als Ihr euch selber zutraut und seid nicht misstrauisch, wenn euch Andere einfach helfen wollen!


Infos zu Simones Dienstleistungen (die nebenbei bemerkt sogar traumhaft erschwinglich sind) findet ihr auf ihrer Hompegage http://www.kiko-slevents.de.

 
Tel: 0351/ 27 99 88 3
E-Mail: info@kiko-slevents.de

Und ihren lesenswerten Blog "Mein Leben als Familienmanagerin"





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