Freitag, 19. August 2016

Auswandern nach Dubai - der erste Monat


Ich gebe zu, die Überschrift ist etwas geschummelt: Tatsächlich sind wir bereits seit 6 Wochen- samt Katze- wiedervereint in Dubai. Die erste Zeit verging wie im Flug, Alltag ist noch lange nicht eingekehrt. Ein bisschen wohl auch deshalb, weil die Kinder immer noch Ferien haben und wir es selten schaffen, vor 13 Uhr aus dem Pyjama zu kommen ;). Höchste Zeit also, euch endlich mit einem kleinen Update und meinem ersten Eindruck zu versorgen.

Montag, 11. Juli 2016

Abschiedbrief an Istanbul



Mein geliebtes Istanbul, 





ohne viele Worte habe ich dich gerade verlassen und wenn ich an dich denke, kommt mir das falsch vor. Du hast mehr verdient. Eine Liebeserklärung und meine Gründe, warum es mit uns beiden (zumindest im Moment) nicht mehr klappen kann.

Du und ich- das war keine Liebe auf den ersten Blick. Genau genommen noch nicht einmal auf den zweiten.
Ich kann mich noch gut an eine laue Sommernacht im August 2013 erinnern, in der ich mit meinem Mann in einem Altbau-Hinterhof in deinem wunderschönen Beyoğlu saß. Es war unsere erste Begegnung. Wir in Istanbul. Gekommen, um herauszufinden, ob wir uns ein Leben mit dir vorstellen

könnten. Mein Fazit an diesem Abend war: NIEMALS!

Montag, 2. Mai 2016

Wir ziehen um - von Istanbul nach Dubai

Kite Beach in Dubai


Mein letzter Post liegt Wochen zurück und das hat gute Gründe.
Viel ist passiert seit Beginn des Jahres, wir haben schwerwiegende Entscheidungen getroffen und Etliches organisiert. Aber nicht nur der Zeitmangel war Grund meiner "Blogblockade". Vieles, das mich in jüngster Zeit bewegt hat, konnte ich nicht in Worte fassen. Es hätte nicht gepasst, locker und beschwingt über unseren chaotischen Alltag zu bloggen während uns Ängste und Sorgen die Unbeschwertheit nehmen.
Begonnen haben unsere Sorgen letzten Herbst, als sich nach den Wahlen in der Türkei keine neue Regierung bildete und die politischen Unruhen vor den Neuwahlen eines Abends in Form einer wütenden Meute vor meinem Schlafzimmerfenster ankamen. Und die Sorgen wurden größer. Nach jedem versuchten oder durchgeführten Anschlag. Die Unsicherheit, ob wir in Istanbul bleiben sollten, verstärkte sich mit jedem Terrortraining in der Schule, mit jeder bewaffneten Personenkontrolle auf dem Weg zum Einkaufen. Erst wurden Ausflüge in die Innenstadt Tabu, dann öffentliche Verkehrsmittel. Schließlich wurden sogar Ausflüge wie der des Kindergartens ins Theater in einem Außenbezirk abgesagt und die Spürhunde, die nach Sprengstoff suchten, waren in jedem Einkaufszentrum angekommen.
All die Sicherheitsvorkehrungen sorgten bei uns nicht für das Gefühl von mehr Sicherheit, sondern dafür, dass die Bedrohung sich auf einmal ganz nah anfühlte. Nachrichten von explodierenden Bussen und Tanklastern fanden sich immer öfter nur noch auf Twitter, statt in den Zeitungen. "Nachrichtensperre" fühlt sich schrecklich an, wenn es einen selbst betrifft.

Und so bat ich meinen Mann bereits letzten Herbst, die Augen nach anderen Stellen offen zu halten.

Eins führte zum anderen und als mein Mann eine sichere Stelle in Dubai angeboten bekam, konnten wir das Angebot unmöglich ausschlagen. Nun arbeitet er bereits seit Anfang März dort und ich halte mit meinen Kindern weiterhin in Istanbul die Stellung bis das Schuljahr im Juni vorbei ist. Ein Wechsel kurz vor den Ferien wäre nicht nur schwierig gewesen, sondern bei den langen Wartelisten an Dubais internationalen Schulen nahezu unmöglich.
Mittlerweile haben wir bereits Schulplätze ab September für unsere beiden Töchter an derselben Schule (eine Herausforderung in Dubai!) und seit letzter Woche sogar den Mietvertrag fürs neue Haus unterschrieben.
Ende Mai kommt der Container, dann wird unsere Wohnung ausgeräumt. Unsere letzten Wochen werden wir bei einer Freundin unterkommen. Die Zeit vergeht wie im Flug und der Tag unseres Auszugs rückt unaufhaltsam näher. Und obwohl ich mich auf die neue Herausforderung freue, packt mich die Wehmut. Wir hatten zwei wundervolle Jahre in dieser Stadt, in dieser Wohnung. Wir haben die Türkei und Istanbul liebgewonnen. Mein Leben wird mir fehlen.
Und schon wieder wird es Zeit, auszumisten in unserem Leben, Platz zu schaffen für Neues und uns zu verabschieden von Altem. Kleidung, Spielsachen, Möbel, Freunde und Bekannte. Nachdem wir gerade erst angekommen sind, fühlt sich das alles viel zu früh an.
Doch das scheint für uns der Lauf der Dinge zu sein. Wenn ich mich daran zurückerinnere, wie ich noch vor 3 Jahren unseren Umzug von Stuttgart nach München plante, scheint es mir absurd, dass ich heute Kartons in Istanbul packe um nach Dubai zu gehen. 

Immerhin: Wenn ich eins gelernt habe durch unser unbeständiges Leben, dann dass wir als Familie überall funktionieren. Dass wir lern- und anpassungsfähig sind und zugleich nie vergessen, wo wir herkommen. Wir haben bislang jede Herausforderung gemeistert und es unter völlig unterschiedlichen Voraussetzungen an jedem Ort geschafft, eine gute Zeit zu haben. Drückt mir die Daumen, dass uns das wieder gelingt ;-) !
 


6 Koffer Spielzeug auf dem Weg nach Dubai...

Montag, 1. Februar 2016

Dankbarkeit - Gedanken nach dem Besuch bei einer Flüchtlingsfamilie




Istanbul: Zwischenstopp und neue Heimat für viele Flüchtlinge



Meine Bloggerkollegin Lucie Marshall engagiert sich mit be an angel für Flüchtlinge.
Unter anderem unterstützt sie in Berlin einen jungen Syrer, dessen Frau und drei Kinder sich seit einiger Zeit in Istanbul aufhalten und von dort auf den Familiennachzug nach Deutschland warten.
Als ich kurz nach Weihnachten auf Lucies Blog vom Schicksal der Familie erfuhr, bot ich spontan meine Hilfe an. Und so stellte sie den Kontakt zwischen mir und R. her, einer mutigen Frau aus Aleppo, die ich zutiefst bewundere.
In meinem heutigen Post soll es aber nicht um meine Hilfe oder Selbstbeweihräucherung gehen, sondern um etwas ganz anderes: Meine Dankbarkeit dafür, diese Familie kennengelernt zu haben.

Sonntag, 20. Dezember 2015

Ein Haustier zu Weihnachten


Ich bin mir sicher, dass zu einem jeden Kind mit Herzenswunsch - welchem auch immer-  Eltern gehören, die über dessen Erfüllung schon 193572546 Mal diskutiert  haben.
Was mich zu dieser tollkühnen Behauptung verleitet? Das ist ganz einfach: Kennt ihr Kinder, die einen Herzenswunsch haben? Sowas vergessen die nicht mal eben, da lassen sie sich auch nicht vertrösten, ablenken oder mit einer zweitklassigen Alternative abspeisen. Kinder mit Herzenswunsch lassen nicht locker. Sie konfrontieren einen immer und immer wieder damit.
Das ist kein Problem wenn es um Schlittschuhe geht. Aber was, wenn der Wunsch folgenschwere Konsequenzen für die ganze Familie mit sich bringt? Wie die Anschaffung eines Hundes? Oder wenn er sogar unerfüllbar ist? Wie ein Pony im Hausflur?

Samstag, 12. Dezember 2015

Christbaumkauf auf dem Uhlandhof- ein ganz besonderes Erlebnis!




In Istanbul pflegen wir beharrlich unsere deutsche Weihnachtskultur und versuchen, all unsere Bräuche vom Adventskranz übers Plätzchenbacken bis hin zum Nikolausstiefel und den Adventskalendern aufrecht zu erhalten. Neben dem Schlendern über Weihnachtsmärkte fehlt uns hier ganz besonders eine Sache: Unsere echte Nordmanntanne.
Seit letztem Jahr müssen wir uns mit einem Plastik-Christbaum zufrieden geben. Dabei fehlt mir nicht nur der Duft, den die echte Tanne all die Jahre im Wohnzimmer verströmte, sondern auch der Christbaumkauf, der in Deutschland zu einer Art Familienritual und festem Programmpunkt in der Vorweihnachtszeit wurde.
Vor einigen Jahren haben wir nämlich den Uhlandhof in Hattenhofen (zwischen Stuttgart und Ulm) entdeckt und uns Hals über Kopf in die besinnliche Atmosphäre verliebt. Der Uhlandhof ist nicht nur eine Verkaufsstelle, die man nach Feierabend eben kurz abfährt. Hier wirft man nicht den erstbesten Tannenbaum in den Kofferraum und hakt damit einen weiteren Punkt auf der „To-Do“ Liste im Advent ab. Hier wird der Christbaumkauf zelebriert.
Unsere Töchter haben es geliebt, dort durch die riesige Auswahl an Bäumen jeder Größe zu streifen, Bauernhoftiere und versteckte Waldpfade zu entdecken, die imposante Weihnachts-Dekoration in der Scheune zu bestaunen und nach getaner Arbeit eine dampfende Tasse Punsch zu trinken und Rote Wurst zu essen.
Und weil uns eben dieser ganz besondere Christbaum-Kauf so fehlt, möchte ich ihn euch heute von ganzem Herzen empfehlen. Daher habe ich meine Bloggerkollegin Katie (Itchy Feetish Travel Blog), deren Familie den Uhlandhof führt, gebeten einen Gastartikel zu verfassen und euch zu verraten, was euch auf dem Uhlandhof erwartet.
Sie ist meiner Bitte nachgekommen: Voila!